#01 Gesunde Selbstführung – Was bedeutet das überhaupt?

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In meinem allerersten Blogartikel möchte ich dir erzählen, was ich unter dem Begriff Gesunde Selbstführung überhaupt verstehe und warum ich es für erstrebenswert halte, sich gesund selbst führen zu können.

 

HÖRE HIER IN DIE FOLGE REIN

1. Kaum etwas ist wichtiger, als sich selbst gut zu kennen

Einer Person, die sich selbst gesund führen können möchte, hilft es zu verstehen welches ihre persönlichen Stärken, Werte und Bedürfnisse sind. Genauso wichtig ist es aber auch zu verstehen, wodurch sie sich manchmal selbst unnötig im Weg steht

Je mehr eine Person nämlich über sich selbst weiß, desto besser kann sie entscheiden und steuern, in welchen privaten und beruflichen Kontexten sie sich gern aufhalten möchte.

Zum Beispiel kann sie dann besser einschätzen

  • aus welchen beruflichen Kontexten sie etwas für sich ziehen kann
  • wo sie etwas für sich dazulernen kann
  • wo es ein soziales Umfeld gibt, in dem sie sich als Mensch mit ihren eigenen Werten wohlfühlen kann
  • und was ggfs noch alles gegeben sein sollte, damit sie so richtig in den eigenen Fahrtwind geraten kann

Eine Person, die sich gut selbst führen können möchte, weiß aber auch, unter welchen Voraussetzungen ihr das nicht so gut gelingt. Sie kennt die Umstände, die Stress in ihr auslösen. So weiß sie zum Beispiel auch, welches Umfeld sie ganz bewusst vermeiden möchte.

 

Gesunde Selbstführung wirkt dem Gefühl von Machtlosigkeit entgegen

Eine Person, die sich gesund selbst führen kann, steuert sich nicht nur deutlich bewusster durch unterschiedlichen Lebenskontexte, sondern auch durch unterschiedliche Lebensphasen. Sie ist sich dessen bewusst, dass sie das Leben gestalten kann, anstatt es einfach so geschehen zu lassen und sich machtlos zu fühlen. Das aktive Sich-Selbst-Steuern macht da einen großen Unterschied. Es setzt voraus, dass die Person weiß, wer sie ist, was sie will und was ihr guttut, denn so kann sie bewusstere Entscheidungen treffen.

 

2. Mach die eigenverantwortlich für dich selbst stark

Zu einer Person, die sich gesund selbst führen kann, gehört für mich auch die Bereitschaft, ein hohes Maß an Eigenverantwortung zu übernehmen. Anstatt eigene Wünsche und Bedürfnisse zu unterdrücken versucht sie deshalb fortwährend, sich für sich selbst stark zu machen. Das geschieht aber nicht auf eine egoistische Art, sondern auf rücksichtsvolle Weise. Sie versucht deshalb konstruktiv nach Lösungen im Sinne aller Beteiligten zu suchen.

 

Hilfreich ist, dass du unterscheidest, welches Bedürfnis im Vordergrund steht

Wenn ich zum Beispiel heute Abend mit meinem Partner zusammen ins Kino gehen will, dann geht es nicht in erster Linie darum, dass ich durchsetze “Monsieur Claude und das große Fest” zu schauen. Es geht ja schließlich auch darum, dass ich eine gute Zeit mit meinem Partner verbringen möchte – zumindest wenn ursprünglich die Idee im Raum stand, dass wir uns zusammen einen gemütlichen Kinoabend machen wollen. Wenn mir mein Partner wichtig ist und wenn ich meine Beziehung pflegen möchte, dann wäre es uns beiden doch zu gönnen, dass wir uns letzten Endes auf einen Film einigen.

 

Was nun: Kinofilm oder Partner?

Etwas anderes wäre es, wenn ich mich aber schon lange darauf freue, dass dieser Kinofilm rauskommt. Wenn ich dann frage: können wir heute Abend ins Kino gehen? und mein Partner antwortet: ”Ja, aber bitte nicht in Monsieur Claude und das große Fest”, dann ist es sinnvoll, dass ich für mich einstehe und zum Beispiel vorschlage: “Hm, ich habe mich jetzt aber schon so lange auf Monsieur Claude gefreut… Es ist in Ordnung, wenn du den Film nicht schauen willst, aber ich würde ihn wirklich gern sehen und lieber meine Freundin fragen, ob sie mitkommt. Ist es okay, wenn wir wann anders wieder mal gehen?”

 

Gesundes Abgrenzen macht gelingende Beziehungen überhaupt erst möglich

Im Zweiten Beispiel ist es wichtig, dass ich mir selbst treu bleibe. Wenn ich das nicht tue, sondern so etwas denke, wie „dann eben nicht, ist ja wieder mal typisch, dass ich zurückstecken muss…“, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass bereits der Auftakt zu diesem schönen gemeinsamen Abend unter keinem günstigen Stern steht. Es ist wichtig, rechtzeitig für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Sonst entwickelt man mit der Zeit das (vertraute) Gefühl zu kurz zu kommen. Das führt allerdings fast unweigerlich dazu, nach der x-ten Wiederholung mal so richtig zu explodieren – ohne dass mein Partner so richtig nachvollziehen kann, warum.

 

3. Sei mutig und lass los, wenn du spürst, dass es an der Zeit ist

Wenn du dich selbst gut führen können möchtest, dann gehört dazu ebenfalls, dass du immer wieder mal in dich hineinspürst und prüfst: fühle ich mich im ein oder anderen Kontext überhaupt noch wohl? Denn wenn du zum Beispiel im Berufsleben das Gefühl hast, „es fühlt sich schon länger nicht mehr so an, wie ich mir das gewünscht hätte“ – wäre es dann nicht besser Initiative zu ergreifen und dich für eine Veränderung stark zu machen? Überstürzen solltest du das nicht! Doch wenn du schon einige Hebel in Bewegung gesetzt hast und dennoch merkst „der Druck ist mir nach wie vor zu hoch“, „ich kann nicht hinter dem stehen, was von mir verlangt wird“ oder „ich habe nicht die Herausforderung, die ich mir wünsche, um motiviert bleiben zu können“, dann ist es in deinem eigenen Interesse sicher das Beste zu sagen: „daraus ziehe ich Konsequenzen und überlege, wie es für mich sinnvoll weitergehen kann“.

 

Loslassen zu können ist eine Kompetenz, die es sich lohnt, dir anzueignen

Etwas loslassen zu können, das betrifft nicht nur Wünsche im Berufsleben, sondern es betrifft genauso auch Vorstellungen oder Ideen, die man vielleicht schon lange im Privatleben gehegt hat. Manchmal muss man geliebte Menschen loslassen. Oder lernen, mit einer belastenden Krankheit umzugehen.

Genauso wichtig und hilfreich ist es aber auch, mit scheinbar banaleren Vorfällen im Alltag einen gesunden und kompetenten Umgang zu finden. Denn wenn man sich in den kleineren Dingen übt und feststellt, dass man das “Loslassen” aushalten kann, dann kann man Vertrauen dahingehend entwickeln, dass man es in den einschneidenderen Situationen im Leben auch schafft.

 

Versuchst du auch manchmal, deine:n Partner:in ändern zu wollen?

Vielleicht geht es dir wie mir und in manchen Dingen würdest du zum Beispiel am liebsten ein Verhalten an deinem Partner oder deiner Partnerin ändern? Dann möchte ich gern eine Erfahrung mit dir teilen, die für sich spricht. Ich habe im letzten Jahr aufgehört, meinen Mann für mehr Gemüse und weniger Fleisch begeistern zu wollen. Ich war es einfach leid mir so viel Mühe für eine gesündere Ernährung zu geben und meine Begeisterung dafür nicht teilen zu können. Ich hatte es endgültig aufgegeben und das Thema Ernährung wurde von meiner Seite deshalb gar nicht mehr thematisiert – es schien hoffnungslos zu sein.

Er dagegen hatte sich seinen lang ersehnten Traum erfüllt und uns einen größeren Grill für den Balkon gegönnt. Und rate mal, was dann passiert ist? Er begann sich ganz von selbst viel mehr für unser gemeinsames Essen zu engagieren. Er hat nicht nur mehr Freude an der Essenszubereitung gefunden und mir dabei ganz nebenbei auch noch Arbeit abgenommen, sondern es gab auch noch reihenweise Grillgemüse, Halloumi-Burger und andere spannende Fleischalternativen.

 

Und die Moral von der Geschicht‘?

Wenn du aufrichtig loslässt und aufhörst, jemanden verändern zu wollen, wenn du wahrhaftig akzeptierst, dass es so nicht sein wird, wie du es dir gewünscht hättest: dann (!) KANN sogar Raum für das entstehen, was du dir ursprünglich gewünscht hättest.

William Shakespeare hat geschrieben “EXPECTATION IS THE ROOT OF ALL HEARTACHE”. Lass diesen Satz mal in Ruhe auf dich wirken – es ist so viel Wahres dran.


Wahrhaftig jung und lebendig fühlen wir uns dann, wenn wir Altes loslassen

Auch der Psychotherapeut und Autor Michael Lehofer hat in seinem Buch “Alter ist eine Illusion” zum Thema Loslassen sinngemäß gesagt:

Viele Menschen streben danach, an Altem festzuhalten und möglichst nichts zu verändern, aus Angst es könnte nicht mehr so gut sein, wie es vorher war. Aber eigentlich, sagt er, gibt man sich dadurch auf. Er sagt, wirklich jung bleiben wir, wenn wir Altes loslassen, weil das so etwas wie Abenteuer ist. Weil uns das lebendig fühlen lässt und weil wir nur so spüren können, dass wir oft zu viel mehr in der Lage sind, als wir das eigentlich glauben.

Dieses Gefühl, erfolgreich losgelassen zu haben und auf diese Weise über sich hinausgewachsen zu sein, ist wirklich ein überwältigendes Gefühl. Wenn du es ein paarmal bewusst gemacht hast, dann spürst du, dass du eine andere Form der der Lebensführung gar nicht mehr möchtest.

 

4. Gesunde Selbstführung ist das, was ein erfülltes Leben ausmacht

Auch ich habe lange nach dem gesucht, was ein erfülltes Leben ausmacht – ohne überhaupt zu wissen, wonach ich suche. Früher dachte ich immer: wenn ich einen Job habe, wenn ich ein sicheres Einkommen habe, wenn ich einen Partner habe, wenn ich eine Familie habe, … dann sind das die Umstände, die mir ein erfülltes Leben bescheren. Irgendwann hatte ich all das – aber so richtig erfüllt habe ich mich immer noch nicht gefühlt.

Heute habe ich für mich herausgefunden, dass ein erfülltes Leben kein Zustand ist, den ich irgendwann in ferner Zukunft für mich erreicht haben möchte. Ein erfülltes Leben bedeutet eher immer wieder in mich hineinzuspüren und zu schauen: ist es das, was mir wirklich guttut? Wie kann ich meinen Bedürfnissen eventuell noch besser nachkommen?

Es ist also auch die Art und Weise, wie ich mit Herausforderungen des Alltags umgehe. Ganz vereinfacht gesagt könnte man aus meiner Sicht deshalb auch sagen: Gesunde Selbstführung bedeutet einen guten Umgang mit den Herausforderungen im Alltag zu finden.

 

Dein Leben nicht bewusst auszugestalten kann enorm viel Kraft verschleißen

Ich persönlich bin der Meinung, dass es für jeden Einzelnen im ureigenen Interesse liegen muss, sich selbst gesund führen zu können. Auch für Unternehmen wird es wichtiger werden, es zu unterstützen, dass Mitarbeiter und Führungskräfte es lernen. Denn wenn man sich nicht gut selbst führen kann, dann ist der Stresspegel höher, dann zieht das Aufmerksamkeit ab und es entstehen viel mehr Missverständnisse und Konflikte. 

 

Wenn ich gut für mich selbst sorge, empfinden mich auch andere als echte Bereicherung

Aus eigener Erfahrung weiß ich auch: je mehr es mir gelingt, mich gesünder selbst zu führen, desto ein willkommeneres Gegenüber bin ich auch für andere Menschen. Man kann tatsächlich sagen: je ernster du deine Bedürfnisse nimmst und dich um sie kümmerst, umso präsenter wirkst du auch auf andere Menschen. Dir steht dann quasi mehr Power zur Verfügung, um dich aufrichtig auf andere Menschen einlassen zu können.

An der Stelle denke ich gern an die Anweisung eines Stewards im Flugzeug: man möge im Fall Luftdruckmangels die Sauerstoffmaske bitte zuerst sich selbst aufziehen und erst dann seinem Kind helfen. Was glaubst du, warum das wohl so ist?

Weil es nicht sinnvoll ist, dass mir selbst die Luft wegbleibt, während ich jemand anderem helfen möchte. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern es geht um eine Win-Win-Situation. Wenn ich einer anderen Person helfen möchte und mir dabei sprichwörtlich die Luft ausbleibt, dann ist der anderen Person am Ende ja auch nicht geholfen.

 

5. 4 Fragen, die dir helfen, den Fokus jederzeit auf das Wesentliche zu richten

Zum Schluss zeige ich dir, wie du jetzt sofort anfangen kannst, ganz vorsichtig einen Pflock in dein Hamsterrad zu schieben, ohne dabei gleich aus dem Rad zu fallen. Die folgenden 4 Fragen kannst du dir immer und überall stellen, sobald du ein Gefühl von Erschöpfung wahrnimmst. Die Antworten, die du darauf findest, werden dir helfen, den Blick auf das zu richten, was für dich momentan wirklich wesentlich zu beachten ist.

(1) Wo habe ich gerade das Gefühl, nicht voranzukommen. Welches Thema raubt mir vielleicht schon seit einer gewissen Zeit viel zu viel Energie?

(2) Was passiert, wenn sich hier nichts ändert? Was passiert, wenn es jetzt genauso weiter geht?

(3) Was ist es, was ich mir eigentlich wünsche?

(4)  Wie sähe der erste Schritt in die gewünschte Richtung aus?

 

Information Overload lähmt

Wenn du dir Zeit für solche Fragen nimmst, dann tust du dir wirklich etwas Gutes. Sie helfen dir Stress zu reduzieren, dich besser fokussieren zu können, um effektiver sein zu können und um dich vor einem Overload an Informationen zu schützen.

Oftmals verfallen wir dem Glauben, wir brauchen noch mehr Informationen oder mehr Wissen, um eine gute Arbeit machen zu können. Was es oft aber eigentlich braucht ist, sich dessen bewusst zu werden, was wirklich wesentlich ist. Am Ende sind es meistens weitaus weniger Bausteine, die zu berücksichtigen sind, als man glaubt, um erlebten inneren Stress spürbar reduzieren zu können.

 

Du fühlst dich sofort besser, wenn du dich deinen Herausforderungen stellst

Im Buch “Kopf frei” schreibt der Psychiater und Neurologe Volker Busch: “Wenn Sie üben, die Idee für eine Problemlösung umzusetzen, dann ist das wirklich eine besonders effektive Form der Stressbewältigung.”

Was er damit unter anderem auch meint, ist, dass du dich in dem Moment sofort besser fühlst, in dem du den ersten Schritt unternimmst, um einer Herausforderung wirklich entgegenzutreten. Bereits dieser Moment ist nämlich oft schon spürbar mit Erleichterung verbunden. Es fühlt sich einfach gut an, wenn man sich für sich selbst stark macht. Oft ist es so, dass wir uns im Alltag nicht die Zeit nehmen, Herausforderungen wirklich anzugehen, sie überhaupt als solche wahrzunehmen oder uns der Bedeutung eines echten Problems wirklich bewusst zu werden. Wir haben eine Tendenz dazu, so etwas zu verdrängen und im Hamsterrad weiter zu rennen.

Unterm Strich ist es aber wichtig, Dinge zu einem guten Ende zu bringen und sich bewusst zu machen, welches der eigene Beitrag zu einem Misslingen war. Nur dann nämlich steht uns wieder ausreichend Power zur Verfügung, um uns kraftvoll neuen Themen widmen zu können – ohne dabei dieselben Fehler zu machen.

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Katharina Lang

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